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KONZEPT ZUM GEMEINSAMEN LERNEN

Artikel 3 Abs. 3 Satz 2 des Grundgesetzes bestimmt:
"Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

Die UN-Konvention schreibt in Artikel 24:
"Menschen mit Behinderungen dürfen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem und Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden."

Im Gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne besonderen Förderbedarf betonen wir die Entwicklung einer pädagogischen Kultur der Lernförderung und Lernbegleitung. Damit verbunden gestalten wir lern- und entwicklungsfördernde Lebensräume für die Schülerinnen und Schüler in ihrer Unterschiedlichkeit. Diese Orientierung bietet für alle Kinder viele Chancen, von der Vielfalt und Heterogenität zu profitieren.
(vgl. www.learn-line.nrw.de: Gemeinsames Lernen behinderter und nicht behinderter Schülerinnen und Schüler)

1. Unsere Leitgedanken und Grundeinstellungen
Gemeinsames Lernen ist bedeutsam für ein gemeinsames Leben von Menschen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf außerhalb der Schule. Es fördert Toleranz, gegenseitige Rücksichtnahme und Anerkennung. (vgl. Richtlinien für die GS, NRW 2008) Der GU wird von der Elternschaft mitgetragen.

Seit dem Schuljahr 2009/2010 werden an unserer Schule Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf integrativ beschult. Darunter befinden sich folgende Fördeschwerpunkte:
  • emotionale und soziale Entwicklung 
  • körperliche und motorische Entwicklung 
  • Lernen 
  • Hören und Kommunikation

Wir gestalten das Gemeinsame Lernen (GL) so, dass
  • Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam und erfolgreich lernen können,
  • der Bildungsprozess jedes Einzelnen initiiert und begleitet wird,
  • eine wohnortnahe Beschulung auch für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf möglich ist. 

Der Gemeinsame Unterricht wirkt bereichernd und bietet Chancen für alle Schülerinnen und Schüler. So lernen alle Kinder, ihre eigenen Schwächen und Stärken wahrzunehmen, sie zu reflektieren und mit ihnen umzugehen. Darüber hinaus werden die sozialen Kompetenzen aller Kinder gefördert und gestärkt - eine Vorbereitung auf ihr künftiges Leben.

Allerdings machen wir auch immer wieder in Einzelfällen Erfahrungen, die uns die Grenzen einer Integration zeigen. Manche Kinder brauchen Kleinstgruppen, einen erhöhten Personalschlüssel, weitergehende Therapie- und Fördermöglichkeiten. Nicht jedes Kind ist unter den aktuell gegebenen Rahmenbedingungen im Gemeinsamen Lernen angemessen zu fördern.

2. Bedingungen für ein Gemeinsames Lernen an der Gudrun-Pausewang-Schule
  • In unseren heterogenen Lerngruppen berücksichtigen wir die Individualität der Schüler und Schülerinnen. Dies unterstützt und regt die Solidarität an. 
  • Wir achten auf eine kollegiale Kooperation in unseren heterogenen Lerngruppen.
  • In unserem Unterricht versuchen wir die Wahrnehmung und die Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen zu berücksichtigen.
  • Wir achten auf eine Überwindung der Defizit- zu Gunsten einer Fähigkeitsorientierung.

3. Organisation des Gemeinsamen Lernens an der Gudrun-Pausewang-Schule
  • An der Gudrun-Pausewang-Schule sind Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zur Optimierung der sonderpädagogischen Förderung in möglichst einer Klasse des entsprechenden Jahrgangs zusammengefasst.
  • Es gibt einen Raum mit entsprechender Ausstattung für die sonderpädagogische Förderung.
  • Die Betreuung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf wird vom ganzen Kollegium getragen.

4. Unterricht
Zwei Pädagogen gemeinsam im Unterricht, die sich thematisch abgestimmt haben, ermöglichen umfangreiche Maßnahmen wie innere und eventuell notwendige äußere Differenzierung.
So kann sowohl Einzelförderung als auch Förderung von Kleinstgruppen (auch zusammen mit Kindern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf) stattfinden. Unser Ziel ist es, so oft wie möglich Gemeinsames Lernen in der Klasse durchzuführen und somit alle Kinder in besonderem Maße individuell zu fördern. Bei der Stundenplangestaltung versuchen wir, die individuellen Förderbedürfnisse der Kinder bestmöglich zu berücksichtigen.

4.1. Förderpläne
"Im Gemeinsamen Lernen dienen sie dem Austausch und der gezielten Zusammenarbeit der Lehrerinnen und Lehrer, die Schülerinnen und Schüler unterrichten, fördern, therapieren oder betreuen. Die multiprofessionellen Teams beraten sich gegenseitig, mit dem Ziel, die bestmögliche Förderung für eine Schülerin/einen Schüler zu erreichen. [...] Die Förderplanung verzahnt fachdidaktische Anliegen mit entwicklungsspezifischen Förderaspekten. Sie bietet Hinweise auf Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht und für die Unterrichtsvorbereitung. Dabei geht sie von den vorhandenen Fähigkeiten udn den Entwicklungsbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler aus." (www.learn-line.nrw.de: Gemeinsames Lernen behinderter und nicht behinderter Schülerinnen und Schüler)

An der Gudrun-Pausewang-Schule bilden die Förderpläne die Basis für die Unterrichtsplanung und die Gestaltung des Lernweges für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Sie werden im Team erstellt, nach einer vorher festgelegten Zeit reflektiert und danach ergänzt bzw. fortgeschrieben. Sie sind für alle Lehrpersonen in der Klasse zugänglich. Sie dienen ebenso als Grundlage der Absprachen mit den Eltern.

4.2. Unterrichtsgestaltung
Die Unterrichtsgestaltung findet im Team statt und verbindet die "didaktische Vielfalt der allgemeinen Pädagogik" und die Didaktik der sonderpädagogischen Fachrichtungen. Eine Einbeziehung förderschwerpunktspezifischer Inhalte und Methoden bietet allen Kindern die Chance zu Entwicklungsfortschritten in den Bereichen Wahrnehmung, Konzentration, Arbeitsverhalten, Motorik, Sprache, Mathematik, Emotionalität und Soziabilität. Den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden darüber hinaus unter sonderpädagogischen Gesichtspunkten differnzierte und individualisierte Unterrichsmaterialien zur Verfügung gestellt. So bewegt sich die Unterrichtsplanung zwischen folgenden Fragestellungen:
  • Wie sind individuelle Lern- und Entwicklungsfortschritte zu ermöglichen und zu fördern?
  • Wie sind gemeinsame Erfahrungen zu ermöglichen und zu fördern?

Einen exemplarischen Überblick über die Vielschichtigkeit der Antwortmöglichkeiten auf diese Fragen bietet folgende Tabelle:
Individualisierung:
  • durch Differenzierung der Zeit,
  • durch Differenzierung des Umfangs,
  • durch Differenzierung des Niveaus,
  • durch Differenzierung der Hilfe.

Gemeinsamkeit:
  • durch gemeinsame Inhalte,
  • durch gemeinsame Methoden,
  • durch gemeinsame Nutzung der Medien,
  • durch gemeinsame Lernorte.
 
 
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